Rückblick Cotton Club und Live Recording
Schuderhaft erkältet trafen der Ädeler und Chrigu mit Dänu und Steff in Gerlafingen ein – eigentlich ganz vernünftige Bedingungen für eine CD aufzunehmen. Trotzdem, der Abend war ein ganz tolles Erlebnis und hat dem Publikum und auch uns extremen Spass gemacht. Anstatt noch viel zu schreiben gibts an dieser Stelle das Interview von Lea (Solothurner Zeitung):
Pro Eintritt gabs eine Gratis-CD
Gerlafingen Die Band Ghörsturz trat im Cotton Club auf.
Von sanften Tönen bis zum kräftig hämmernden Beat liegt bei «Ghörsturz» alles drin. Vor einem kleinen Publikum heizte die Berner Band im Cotton Club mit Coversongs ein und produzierte eine Live-CD, die den Konzertbesuchern demnächst gratis nach Hause geliefert wird.
«Hast du dich bereits auf der Versandliste eingetragen?» Ein häufiger Satz am Samstagabend im Cotton Club. In einem vorerst einmaligen Projekt nahmen die vier Musiker Adrian Grob, Daniel Bruhin, Stephan Koller und Christoph Knuchel dort ihr Konzert auf, brennen einen Teil davon auf CDs und schicken diese anschliessend jedem Konzertbesucher gratis nach Hause. «Wir nehmen diese CD auf, damit wir sie nachher zu Demo-Zwecken verwenden können und weil wir jenen, die unsere Musik mögen, etwas bieten möchten», erklärte Drummer Christoph Knuchel. In den Verkauf kommt die CD nicht, sie kann aber über die Homepage von «Ghörsturz» bestellt werden.
Low-Budget-Version
Dass dieses CD-Projekt ausgerechnet in Gerlafingen über die Bühne geht, sei in erster Linie den Räumlichkeiten zu verdanken. «Wir haben vor einem Jahr bereits einmal hier gespielt und wussten, dass die Bedingungen zum Aufnehmen günstig sind», erklärt Leadsänger und Gitarrist Adrian Grob. Durch den kleinen Raum und die vielen aufgehängten Tücher halle es kaum. «Optimal, um eine CD mit lautem Rock aufzunehmen», sagt Grob schmunzelnd. Finanziell lohne sich die Produktion und portofreie Lieferung der Scheibe allerdings nicht. Zwar wurde ein Eintritt von zehn Franken verlangt, und der aufgenommene Sound wird anschliessend auch nicht im Studio bearbeitet, «aber wir zahlen sicher drauf», so Knuchel. «Es ist eine Low-Budget-Version mit einer kleinen Auflage von vielleicht 200 bis 300 Stück, bei der die einzelne CD wohl etwa fünf Franken kostet.»
Keine eigentliche Coverband
«Mit der CD möchten wir aber auch unseren Bekanntheitsgrad erweitern und unser bisheriges Schaffen festhalten», erläuterte Knuchel. «Wir haben bis jetzt viele Stücke gecovert und möchten nun vermehrt eigene Songs spielen.» Trotz der ausschliesslich gecoverten Songs am Konzert bezeichnen sich «Ghörsturz» nicht als typische Coverband. «Wir spielen viele unbekannte Songs und jene, die ein bisschen bekannter sind, spielen wir in unserem eigenen Stil», betont Adrian Grob und ergänzt: «Das macht das Ganze erst interessant.»
Ob Jimi Hendrix, Stevie Ray Vaughn oder Lynyrd Skynyrd: Im Blut liegt den Bernern vor allem der Rock aus den Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern. Aber auch Blues ist im Programm vertreten. Eine wichtige Rolle spiele zudem das amerikanische Jam-Feeling. «Wir jammen sehr viel und wollen das auch auf der CD festhalten», unterstreicht Knuchel. Auch Alexander Wynne, Inhaber des Cotton Clubs, ist von der Band überzeugt. «Ich verfolge sie schon eine Weile, sie kommen gut an», erzählte er. Jedes Wochenende bietet er Bands in seinem Club die Möglichkeit aufzutreten, sozusagen als Sprungbrett für Nachwuchsbands.
Tatsächlich überzeugte «Ghörsturz» und sorgte – trotz geringem Besucheraufmarsch – für Stimmung. Gitarrist Daniel Bruhin etwa verliess zeitweise sogar die Bühne und spielte im Publikum weiter. «Ich kannte die Band bisher nicht, habe mich aber auf der CD-Versandliste bereits eingetragen», erzählt Konzertbesucher Urs Tauss aus Gerlafingen. Rund einen Monat müssen sich die CD-Anwärter gedulden, dann wird die Platte «Ghörsturz Live @ Cotton Club» geliefert. Das Hochglanz-Booklet sei bereits vorbereitet, es gehe aber noch um die Auswahl der Stücke, die auf der CD landen sollen.
(Solothurner Zeitung, Montag, 10.12.2007, Lea Reimann)





